21.11.08
Das Mekka der Schachwelt liegt derzeit in Dresden – bei der Schacholympiade treffen sich über 1000 Spieler aus aller Welt - von Stars aus Russland oder Armenien bis zu Außenseitern von den Seychellen. Das größte Schachereignis des Jahres wurde begleitet von diversen Rahmenturnieren – eines davon war der Deutschland-Cup.
Dafür hatten sich in 15 DWZ-Klassen Spieler aus ganz Deutschland qualifiziert; darunter waren auch vier Starter des SV Welper. Fabian Schaller spielte in der Kategorie 1000-1099, Sven Krummsdorf und Patrick Marx in der Klasse 1200-1299, Torsten Schaller bei den 1900ern. Der Modus war ungewohnt: K.O.-System, die Verlierer spielen in einem Schweizer System weiter. Bei Remisen gab es Blitzpartien.
21.11.08
Runde 1
Am Sonntag ging es los: über 800 Spieler gingen an den Start – nur kleine Startschwierigkeiten bei der Organisation, ansonsten ideale Spielbedingungen im Kongress-Zentrum mit Blick auf die Elbe. Doch unsere Augen waren eher auf die 64 Felder gerichtet - diese Runde ging komplett an uns. Sven, Patrick und Torsten siegten ganz souverän, nur Fabian wackelte: gegen Moritz Rempe aus Möhnesee musste er bange Momente überstehen, um sich ins Remis zu retten. Im Blitz wurde es dramatisch: erst in der dritten und entscheidenden Partie konnte sich Fabian durchsetzen.
Runde 2
Torsten hatte schon ein ungutes Gefühl – gegen seinen russischen Gegner kam er gar nicht zurecht und verlor. Fabian schaffte sicher die nächste Runde, die beiden anderen mussten nach Remis in die Blitzrunde. Leider verlor Patrick mit 0.5:1.5, Sven konnte hingegen locker 2:0 gewinnen. Damit waren nur noch zwei von uns im Rennen um den Sieg.
Runde 3
Heute war Ruhetag bei der Schach-Olympiade, so dass wir gleich zwei Partien zu absolvieren hatten. Patrick gewann seine Partie, die anderen spielten Remis. Die beiden Jungs, die noch in der KO Runde waren, mussten also wieder blitzen – Sven und Fabian mussten in die dritte Blitzpartie. Dabei ließ Sven seinen König stehen und schied aus – schade! Fabian behielt die Nerven und gewann – damit war er im Viertelfinale.
Runde 4
Torsten hatte schlicht einen schlechten Tag erwischt, „sah gar nichts“ und verlor verdient. Sven und Patrick waren nunmehr beide im Schweizer System – Sven verlor trotz zwischenzeitlichen Vorteils, Patrick war mal wieder nicht zu bezwingen und remisierte. Fabians Gegner werden immer schwerer – wieder kommt nur ein Remis heraus, in fortgeschrittener Stunde lässt er den Gewinn im Turmendspiel aus. Es ist 20:00 Uhr, wieder muss geblitzt werden – und wieder setzt sich Fabian mit 2:1 durch. Halbfinale!
Runde 5
Sven und Patrick müssen gegeneinander spielen - da hätte der Schiri auch mal aufpassen und diese Ansetzung vermeiden können. Die beiden remisieren schnell und beobachten nun die Partien der beiden anderen Welperaner. Torsten kämpft lange um den Sieg, es reicht aber nur zum remis. Interessanter ist natürlich Fabians Partie: er steht besser, dann auf Gewinn, sieht aber die entscheidende „Kombi“ nicht – wieder nur Remis. Und wieder bleibt Fabian in der dritten Blitzpartie der Sieger – Finale!!
Runde 6
Torsten ist eigentlich gar nicht „bei der Sache“, gewinnt aber trotzdem. Sven und Patrick versuchen nochmal alles, doch es reicht nur zum Remis. Doch aller Minuten geht der Blick zu Fabians Final-Partie: sein 10jähriger Gegner scheint gut vorbereitet zu sein, doch bald kann Fabian ausgleichen und es kommt, wie es kommen musste…. Remis. Für die entscheidenden Partien wird ein Extra-Raum ausgesucht, Schiri an jedem Brett, Spannung pur. Fabian bleibt cool und gewinnt 2:0.
Danach Interview mit den „Dresdner Neuesten Nachrichten“, Fotos und Siegerehrung. Fabian bekommt zwei schöne Pokale und ist glücklich, aber total erschöpft. Am Abend geht die Welperaner Delegation in die Dresdner Altstadt und feiert den Sieg, aber auch eine schöne Woche bei der Schach-Olympiade.
Fazit:
Wir sind nach Dresden gekommen, um gutes Schach zu spielen und die Olympiade zu erleben. Beides ist recht gut gelungen. Fabians Sieg war sicher DER Knaller, die meisten Punkte aber hat Patrick geholt: 4/6 (ungeschlagen) sind ein sehr gutes Ergebnis – schließlich kamen die besten Qualifikanten aus ganz Deutschland zusammen. Sven und Torsten holten 3/6 und waren ebenfalls nicht unzufrieden.
Die Olympiade mit der versammelten Welt-Elite war eine Reise wert. Von Kramnik bis Kortschnoi, von Carlsen bis Aronian, von Kostenjuk bis Chiburdanidze - allen Stars konnte man (fast zum Anfassen nahe) zuschauen, sich die Stellungen von Experten erklären lassen und mit der deutschen Mannschaft mitfiebern. Gerne wären wir noch länger geblieben und noch etwas mehr von Dresden selbst gesehen.






