02.01.11

U14w Deutsche Vereinsmeisterschaft
Bericht von Torsten Schaller

Prolog(26.12.10)

Das Abenteuer Deutsche Meisterschaft begann für unsere U14w Mannschaft schon einen Tag zuvor. Kurzfristig musste Alina Venjakob absagen, so dass wir nur mit vier Spielerinnen anreisten. Jasmin Marx und Sarah Hütte fuhren mit Familie und Auto durch den Schnee, der wieder üppig fiel, nach Groß-Dölln - 20 km vom brandenburgischen Templin entfernt. Sophie Bork und Bettina Schaller nahmen zusammen mit den Eltern den Zug; ICE – Fahren bei Eis und Schnee zur Weihnachtszeit ist ja auch ein Abenteuer….
Mit einiger Verspätung, aber doch rechtzeitig trafen alle im Feriendorf Großvätersee ein, in dem gleichzeitig die u12 DVM stattfinden sollte. Bei der u14w fehlte eine Mannschaft – unter 19 angereisten Teams war der SV Welper auf 16 gesetzt. Da konnte man schon von einer Außenseiterolle sprechen.
Unterkunft, Verpflegung und Spielbedingungen hatten den bei Deutschen Meisterschaften üblichen Standard - das Feriendorf erwies sich als idyllischer Ort: tief verschneit, zugefrorener See, weit und breit nur Wälder, kaum ein Dorf, die nächste Stadt 20 km entfernt. Internet und Handy-Empfang waren Glückssache….

Runde 1 und 2 (27.12.10)

Das Los führte uns mit den SF Heilbronn-Biberach zusammen - auf Platz 7 gesetzt, wollten die Schwaben sicher gegen uns gewinnen. Doch es kam anders: unsere Mädels bauten sich erst einmal sicher auf und schauten, was passieren würde – es passierte nicht viel… Jasmin und Sarah steuerten ihre Partien in den Remishafen. Bettina hatte gute Gewinnchancen, doch verlor den Faden - rechtzeitig bot sie Remis, was die Gegnerin annahm. Sophie musste noch ein paar Züge länger spielen, aber die Gegnerin hatte die gesamte Partie über nicht den Hauch eines Vorteils, so dass das Remis und das 2:2 Unentschieden in Ordnung ging. Ein gelungener Auftakt mit unerwartetem Punktgewinn!
Unser nächster Gegner war der SC Bechhofen, der in der 1. Runde den NRW Meister Paderborn besiegt hatte – wir waren also gewarnt…Doch Jasmin machte kurzen Prozess gegen ihre indisponierte Gegnerin, gewann Material und setzte Matt – 1:0. Das 2:0 folgte kurz darauf, als Sarah mit einem Doppelangriff einen Turm gewann. Damit war der Kampf gelaufen. Die bayerischen (eigentlich mittelfränkischen) Gegnerinnen von Bettina und Sophie versuchten zwar noch etwas, aber nahmen in ausgeglichenen Stellungen das Remisangebot dann doch an – 3:1 für uns!
Damit lagen wir nach dem ersten Tag auf Platz 5, hatten noch keine Partie verloren – wer hätte darauf gewettet?

Runde 3 und 4 (28.12.10)

Mit der USG Chemnitz erwischten wir nun natürlich ein schweres Los – wie fast immer, lagen wir mit unseren DWZ ca. 200 Punkte unter denen der Gegnerinnen. Das merkte man in diesem Kampf auch – nach gutem Beginn verschlechterten sich die Stellungen immer mehr. Bald stand es – trotz tapferer Gegenwehr – 0:3 gegen uns. Nur Sophie Bork konnte ihre Stellung noch drehen und zum 1:3 Endstand verkürzen.
Die 4. Runde bescherte uns mit dem SC Wilkau – Hasslau gleich den nächsten sächsischen Vertreter; Setznummer 6 und gleichmäßig stark besetzt. Und wie so oft an diesem Tage gab es einige taktische Schnitzer – dieses Mal aber beidseitig… Sophie hatte die Eröffnung etwas verdorben, doch die Gegnerin wollte zu viel und bekam erst eine Remis -, dann eine Verluststellung – 1:0 für uns. Bei Bettina lief gar nichts zusammen – nach Bauerngewinn verschlechterte sich ihre Stellung bis zum entscheidenden Mattangriff – 1:1. Sarah bekam eine gute Stellung aufs Brett, setzte die Gegnerin unter Druck, hatte aber nicht den Mut, konsequent auf Sieg zu spielen – Remis. So hing es an Jasmin, deren Partie gegen ein 9-jähriges Talent hin und her wogte, doch am Ende standen beidseitig nur noch König und Dame auf dem Brett - Remis und 2:2!

Runde 5 und 6 (29.12.10)

Alte Bekannte saßen sich in der 5. Runde bei SV Welper – SG Porz gegenüber. Bettina konnte mit Doppelangriff eine Figur gewinnen und brachte uns mit 1:0 in Führung. Leider verlor Sarah und Jasmin willigte nach guter Partie in dann doch unklarer Stellung ins Remis ein. So hing alles am Brett 1, an dem Sophie der NRW-Meisterin Anne Reksten heftig zusetzte, doch am Ende reichte es „nur“ zum Remis und zum 2:2 Unentschieden.
So brachte uns die 6. Runde eine „lösbare Aufgabe“ – der mittelfränkische SC Uttenreuth war nominell zwar stärker, aber das war ja bislang immer so… Bettina landete ihren zweiten Sieg an diesem Tage, als die Gegnerin ein Matt übersah. Auch Jasmin war dem Gewinn recht nahe, doch in einem komplizierten Springer-Endspiel griff sie fehl und verlor. Postwendend gingen wir durch Sophies 3. Sieg (nach schlechter Eröffnungsbehandlung, aber gutem Mittel-und Endspiel) wieder in Führung, doch Sarahs Stellung war sehr unklar – trotz Qualitätsgewinns musste sie genau rechnen und kritische Momente bei einem Königsangriff überstehen; sie hielt das Remis und damit den zweiten Mannschaftserfolg aber fest. Super gekämpft!
Mit 7:5 Mannschaftspunkten lagen wir auf Platz 8 und waren gespannt, welchen Brocken wir für die letzte Runde zugelost bekommen sollten. Unsere Erwartungen hatten wir schon längst übertroffen – die letzte Runde konnten wir also ganz locker, aber durchaus mit Siegeswillen angehen.

Runde 7 (30.12.10)

Mit dem SC Burgtonna bekamen wir den erwartet dicken Brocken - Platz 3 in der Setzliste und dazu noch ohne die Absicht auf schnelle Remisen. Unsere Mädchen standen gegen die spielstarken Thüringerinnen (am Brett 1 mit der 5. der letzten u10-EM...) auf verlorenem Posten - 0:4 war zwar heftig, aber kein Beinbruch.
Ärgerlich nur, dass uns nun Mannschaften überholten, die eine Runde spielfrei hatten und dafür 2:0 Punkte und 4:0 Brettpunkte bekamen. So kam am Ende mit 7:7 Mannschaftspunkten der 12. Platz heraus - das war dennoch viel mehr als wir vorher erwartet hatten. Alle haben ihr Bestes gegeben - viel mehr war in diesem Jahr (!!) nicht drin. Sophie hat am Brett 1 mit 4.5 Punkten ein tolles Ergebnis erspielt, aber auch Sarah (2.5), Jasmin (2.5) und Bettina (3.0) konnten sich gut in Szene setzen.

Allen Mädchen hat diese Meisterschaft viel Spaß gemacht - bestimmt werden sie versuchen, auch im nächsten Jahr wieder dabei zu sein. Vielen Dank an alle Begleiter - zur guten Stimmung in der Mannschaft trug auch die Unterstützung aller mitgereisten Familien bei. So wurde es für alle zu einem schönen Erlebnis!

Aller Ergebnisse, Partien, und weitere Bilder findet man auf den Seiten der Deutschen Schachjugend.