Sommerschach in Echternach
(Heinrich Karl Schmitz berichtet)

Im Frühsommer lockt das schöne Städtchen Echternach in Luxemburg stets viele Schachspieler mit einem exzellent organisierten Schnellturnier in seine Mauern. Inzwischen ist die Teilnahme von Spielern des SV Welper 1922 e.V. schon Tradition geworden. Bei strahlendem Sommerwetter machten sich fünf Spieler, alles erfahrene Kämpen (eine höfliche Umschreibung für „Senioren“) übers Wochenende (14./15. Juni) auf, um bei unserem kleinen sympathischen Nachbarn die Klingen zu kreuzen.

In diesem Jahr ging die Teilnehmerzahl leicht auf 276 zurück (vielleicht zu schönes Wetter!?), aber bei 13 Großmeistern konnte von schwacher Besetzung keine Rede sein. Um die ansehnlichen Geldpreise wurde entsprechend erbittert gekämpft (1. Preis 1000 €), und es gab einige Überraschungen. Nach 9 dramatischen Runden konnten sich schließlich 1. GM Romain EDOUARD aus Frankreich 8 P. vor dem schwedischen GM Ulf ANDERSSON und IM Dieter MORAWIETZ aus Köln , beide 7,5 P., aufs Treppchen schwingen. Da war die Luft für unsere tapfer kämpfende Equipe doch etwas zu dünn.

Immerhin wussten Udo TEICH mit 5,5 P. (Platz 80) und Dieter WALLHOF mit 5 P. (Platz 84) zu überzeugen. Man muss in Rechnung stellen, dass beide mit je drei Titelträgern eine schwere Auslosung erwischt haben – bravo! Auch Karl NIEBAUM gelang eine positive Überraschung, denn er konnte mit 5 P. die „magische“ 50-%-Marke überwinden und den 119. Platz ergattern. Heinrich SCHMITZ hatte sich in der 2. Runde mit der Nr. 1 der Setzliste, GM Evgeny POSTNY aus Israel auseinanderzusetzen. Er griff mit Weiß scharf an und setzte seinem Gegner mit Figuren- und Qualitätsopfer ordentlich zu, in einem komplizierten Endspiel (2 Mehrbauern gegen Qualität) musste er aber die Überlegenheit des ELO-Riesen (2648 P.) schließlich doch anerkennen. Danach brach er völlig ein – nur indiskutable 4 Punkte und unter „ferner liefen“ auf Platz 159. Ulrich DÄRMANN riss sich in letzten Runden noch mal richtig zusammen und kam noch auf 3,5 Punkte, hatte sich aber bestimmt mehr erhofft.

Echternach ist eine gute Schachadresse, die Organisatoren haben alles im Griff und schaffen es, bei allem ernsthaften Sport eine angenehme, fast familiäre Atmosphäre zu schaffen. Die imposante mittelalterliche Kulisse mit dem gewaltigen ehemalige Kloster, heute ein Lyzeum, in dem gespielt wird, gleich neben der ebenfalls bedeutenden Basilika, verleiht der Veranstaltung eindeutig Eventcharakter. ES WAR TOLL – WIR FAHREN GESTIMMT WIEDER HIN!